Soll es wieder steil bergauf gehen braucht es Unterstützung. Zumindest.

Was sind wir nicht für tolle Fans! Sogar die besten der Welt, wenn man der Selbstbeweihräucherung Glauben schenken darf. Ich denke, dass wir das Prädikat nicht mehr verdient haben. Wir, damit meine ich Vertreter aus so ziemlich allen Facetten des Fantums. Vom grakelenden Facebooker über den Couchultra bishin zum Stadiongeher. Es wird gebasht auf Teufel komm raus. Jeder weiß natürlich, wie es besser ginge.

Karten auf den Tisch

Ja, derzeit ist es keine Augenweide, was unsere Mannen auf dem Rasen vollbringen. Wir spielen andererseits “oben” mit. Die Tabellenführung  zu erwähnen ist eher wertlos. Die ersten 5 Teams in der Tabelle sind gerade einmal 3 Punkte voneinander getrennt. Aber immerhin. Wir wurschteln mit. Das haben zu Beginn der Saison die wenigsten Realisten erwartet. Im Gegenteil: “Wir müssen um den Meistertitel mitspielen. Weil wir Rapid sind”. Der Anspruch ist schon klar und wünschenswert. Die Fakten darf man halt auch nicht außer Acht lassen. Der Ausverkauf der letzten Jahre wurde übertrieben bzw. nicht kompensiert. Anders: Nicht so kompensiert, dass es wir heuer eine Meistermannschaft haben. Ich bin von vielen Zugängen noch immer überzeugt. Es braucht aber auch eine gehörige Portion Hoffnung um daran zu glauben, dass sich die Qualität der Mannschaft weiterhin steigern wird.

Hoffnung

Königshofer, Prager, Schrammel, Pichler – Potential, das jetzt nicht abrufbar ist. An die Nachfolge von Hofmann will ich noch gar nicht denken. Schöttel, Kuhn & Co sollten das aber tun.

Zurück zur Qualität. Schöttel wird Angsthasenfußball vorgeworfen. Viele befürchteten bei seinem Amtsantritt, dass Schöttel’s Defensivleistung als Spieler sich auch als Trainer fortsetzt. Berechtigt? Wenn ich mir die ersten 15 Minuten des Derbys ansehe: nein. Da war sogar Spielspaß und Offensivwille der Mannschaft zu sehen. Der Rest des war wieder wurschteln. Die Frage, die ich mir stelle: Wie sehr hätten es die 30.000 Fans in der Hand gehabt den entscheidenden Push nachzulegen? Wie sehr sind die Spieler durch den fehlenden Support verunsichert? Wie viel Grant auf die eigenen Fans gummelt in den Köpfen der Spieler? Ist es in einem solchen Klima des misstrauischen Beäugens möglich wirklich kreativ zu werden  und einfach mal zu “geigen”? Es wird doch ohnehin ab dem 3. Fehlpass gepfiffen. Und dann ist’s schon wurscht. Die Stimmung ist im Keller und am Ende haben’s eh alle gewußt, dass da “kein Feuer” zu sehen war.

Gegenargument: “Wenn die ned gscheit spün, daunn gibt’s ka West!”. 5 Likes binnen Minuten. Ja, dann schließt sich der Kreis auch schon wieder. Missbilligender Support, Pfiffe aus den eigenen Reihen. Unsicherheit am Platz. Das Kreisel beginnt sich zu drehen.

Zweckoptimismus

Gerade jetzt könnte wir uns beweisen und etwas mehr positive Stimmung verbreiten. Vor- nach und während dem Spiel. Und sei es nur geheuchelt um des Zweckoptimismus wegen. Man darf auch nicht vergessen, dass ein großer Teil der Mannschaft, nämlich die Neuzugänge, den gern zitierten Rapidgeist nur als Auswärtsspieler kennen. Im Dress von Rapid kennen sie die West zumeist als Gegner.

Ich mag’s nicht überstrapazieren. Dennoch: Wir Fans tragen unser Schäuflein an der aktuellen Situation bei. Oft war der Support das Zünglein an der Waage. Ich denke, dass das im Derby auch möglich gewesen wäre.

 

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